Bericht über die Einführung des Cursillo in München

von Robert Ammer

Zur Person: Robert Ammer wurde in Regensburg zum Diözesanpriester geweiht und ging dann als Missionar nach Südafrika. Als Gegner der Apartheits-Politik wurde er bald des Landes verwiesen. Zurück in Regensburg konnte ihn Josef Metz (Teilnehmer der 2. MC in München) für den Cursillo begeistern. Robert wurde 1968 von Bischof Graber mit der Einführung des Cursillo in Regensburg beauftragt und schließlich für den Cursillo freigestellt. In den folgenden Jahren hat er dann mit Mitarbeiterteams aus Regensburg den Cursillo in vielen Diözesen Bayerns eingeführt, u.a. auch in München. Er war bei der Gründung des „Europäischen Cursillo“ in Mallorca 1971 dabei, sowie Gründungsmitglied der Cursillo Arbeitsgemeinschaft Deutschland (CAD) 1973 auf Schloss Spindlhof Regensburg, deren geistlicher Leiter er 17 Jahre war. Heute verbringt er seinen Ruhestand in einem Seniorenheim in Regensburg.

Hintergrund: Den nachfolgenden Bericht hat uns Robert Ammer schon zum 40jährigen Jubiläum als geschriebenes Zeugnis zukommen lassen. Da er jedoch wichtige Informationen enthält, haben wir ihn nun zum 50-jährigen Jubiläum veröffentlicht.

Josef Vilsmeier

Bild vom 2. MC – Pfarrer Robert Ammer ist in der ersten Reihe sitzend der 3. von rechts, Pfarrer Paul Stich sitzt links neben ihn. Josef Metz ist in der zweiten Reihe der 2. von links.

Mit Dankbarkeit denke ich an die Anfänge des Cursillo in München zurück, an Schloss Fürstenried und Kloster Zangberg, wo wir von Regensburg aus die ersten Kurse halten durften. Dann an die ersten Ultreyas in der Goethestraße mit den Gottesdiensten im Obergeschoß des Studentenheimes. Es waren damals meist junge Studenten, die den Kurs besuchten. Tüchtige Mitarbeiter gingen daraus hervor. Ich will nur ein paar erwähnen: Stock Bernhard, Alfred Gassner, Siegfried Lindner und Gruber Günther.

Die ersten Kurse mit Mitarbeitern aus Regensburg waren der 2. MC 1970 im Schloss Fürstenried und der l.FC 1971 im Kloster Zangberg. Die ersten Mitarbeitertreffen in den Anfangsjahren hielten wir in Oberschleißheim zusammen mit Pfarrer Paul Stich.

All das ist möglich geworden, weil ich zusammen mit Pfarrer Paul Stich 1969 Kardinal Döpfner besuchte und ihn bat, er möchte die Cursillobewegung offiziell für die Diözese München erlauben. Dem Kardinal war der Cursillo bereits bekannt, weil beim Konzil in Rom öfters davon die Rede war. Er war höchst erfreut darüber und erlaubte die Einführung des Cursillo in seiner Diözese.

Ich denke dann auch an die Kurse, die ich mit Pfarrer Paul Stich beisammen war und später dann auch die vielen Kurse, die ich mit Pater Friedhelm in München und Innsbruck halten durfte in. In guter Erinnerung sind mir auch Pater Caspar, Familie Baumann und viele andere. Ich werde sie nie vergessen. Ich denke auch an unsere CAD-Treffen, bei denen ich 17 Jahre lang der geistliche Leiter sein durfte. Was für ein Segen ist doch durch Pater Friedhelm und den Münchner Mitarbeitern ausgegangen in die ganze Diözese München hinein und darüber hinaus.

Wir Regensburger durften bescheiden bei Euch die Kurse beginnen. Ihr habt sie segensreich weitergeführt und seid dadurch auch umgekehrt ein großer Segen geworden für uns in Regensburg. Ja, so ist es, wenn man etwas schenkt, wird man meistens selber doppelt beschenkt. Danke für alles! Ich wünsche Gottes reichsten Segen für die Zukunft. Wegen der großen Glaubenskrise im Land ist ja der Cursillo in Zukunft noch wichtiger als bisher.

Habt deshalb Mut! Auf vorwärts – de colores!                 

Euer Pfarrer Robert Ammer

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