Bericht über den Männer-Cursillo 1967 in der Diözese München

Hintergrund: Der Männer Cursillo in München im Jahr 1967 war ein Cursillo für „Deutschland“ und deshalb hat der Mitarbeiterkreis sich entschieden, diesen Cursillo offiziell nicht zu zählen, denn es dauerte bis 1970 um den 1. Männercursillo (= MC) mit vielen Teilnehmern aus der Diözese zu halten. Außerdem waren nur 4 Teilnehmer aus der Diözese München dabei. Aus heutiger Sicht ist es interessant zu erfahren, dass damals Steyler Missionare maßgeblich beteiligt waren den Cursillo einzuführen.

Sitzend, 2. von links Wolfgang Schneller; stehend vorne, 1. von rechts Erich Kniffki; 1. Reihe stehend, 3. von links Pater Josef Cascales

 

Zur Person: Wolfgang Schneller hat seinen Cursillo 1965 erlebt und er war einer der ersten Mitarbeiter der Diözese Rottenburg-Stuttgart; 1967 hat er als Mitarbeiter in München mitgemacht. Er hat sich sehr für den Cursillo Deutschland als Sprecher des Leitungsteams engagiert, ist ein profunder Kenner des Cursillo. Als Deutschland das Europäische und das Welt-Sekretariat der Cursillobewegung innehatte, hat er mitgearbeitet. Später hat er sich sehr für die Betreuung der deutschen Pilger in Santiago de Compostella engagiert. Im Jahr 2021 feiert er seinen 80. Geburtstag, zu dem wir ihm herzlich gratulieren.

Bericht über den Kurs von Wolfgang Schneller

Bei diesem MC in München war ich erstmals als „Stiller Mitarbeiter“ dabei. Rektor war Erich Kniffki Biberach; Frater Hugo Beck (Claretiner) aus in Wien war damals Theologiestudent. Hans Gebauer, Stuttgart-Heumaden, ist seit vielen Jahren Familiensprecher bei den Fokolaren in Ottmaring. Die anderen Mitarbeiter waren: Pater Josef Cascales (+ 2012), Benno Kirchgässner (+ 1992), Fritz Raab und Dr. Hans Roher, Biberach.

Initiiert wurde dieser Cursillo durch P. Adalbert Mohn, Comboni-Missionar in Ellwangen, der auf das hartnäckige Drängen von Pater Gebhard Schnetz SVD (+ 2001) in der Steyler Niederlassung in München diesen Cursillo „wagte“. Der eigentliche Initiator ist also Pater Schnetz SVD, der sicher längst in der Ewigkeit ist. Pater Mohn brachte den spanischen Seelsorger der Russlanddeutschen in Krefeld, Pfr. Joseph Martorell dazu, mit einer Gruppe von meist jungen Männern nach München zu fahren. Sie gehörten alle dem russisch-orthodoxen Ritus an, was während des Cursillo einmal dazu führte, dass wir eine Messe in dieser Liturgie feierten – es war ein erhebendes Erlebnis!

Ein weiterer Steyler Pater, Josef Zapf SVD (+ 2012), – damals in Blönried bei Aulendorf – nahm teil und betreute eine kurze Zeit die Cursillo-Mitarbeitergruppe der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Dann ging er nach Indien. Er war nach seiner Rückkehr einer der großen Förderer der Yoga- und Zen-Tradition in Deutschland.

 Pater Rudolf Silberer SJ (+ 1978), Geistlicher Beirat der Exerzitien-Bundesarbeitsgemeinschaft (ADDES), lernte bei diesem 1. MC in München den Cursillo kennen und schrieb unmittelbar danach sehr positiv in den jesuitennahen Zeitschriften über den Cursillo. Pater Silberer hat dann 1975 sogar an einem Einführungs-Seminar in Limburg teilgenommen und wäre möglicherweise „Cursillo-Direktor“ in Deutschland geworden. Leider konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr lange mitarbeiten.

Oberstudienrat Edmund Stauffer aus Marktredwitz (später Domkapitular der Diözese Regensburg) war von Bischof Graber als „Spion“ zu diesem MC nach München geschickt worden. Auf sein positives Votum hin gab Bischof Graber im Bistum Regensburg „grünes Licht“ für die Einführung des Cursillo in Regensburg. Zu diesem Punkt müsste aber noch Pfarrer Robert Ammer befragt werden, weil ich die Einzelheiten nur aus Erzählungen von Pater Mohn kenne, der mit Edmund Stauffer wohl pastorale „Kämpfe“ über die Bedeutung und die Chancen des Cursillo für die Gemeinde-Seelsorge ausgefochten hatte.

Die „echten“ Münchner Teilnehmer bei diesem 1. MC waren nur die vier, wie aus der Teilnehmerliste ersichtlich. Immerhin haben Ernst Oberbuchner, Otto Bossung und, soviel mir noch in Erinnerung ist, auch Dr. Schirmer (der Senior dieses Kurses) einiges an Werbung in die Wege geleitet.

Mit diesen dreien hatte ich noch einige Jahre Kontakt, habe ihn dann aber verloren, weil ich von meinem damaligen Wohnort Stuttgart nach Rottenburg in den kirchlichen Dienst wechselte und dann vorübergehend ganz andere Interessen wahrnehmen musste. Die Cursillo-Arbeit habe ich erst wieder intensiv als Arbeitsfeld übernommen, als Pater Adalbert Mohn 1972 nach Ecuador ging und ich das diözesane Cursillo-Sekretariat von ihm übernehmen musste.

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