Was zwischen dem Männer-Cursillo 1967 und dem 2. Männer-Cursillo 1970 in München geschah

von Walter Gröbmayr

Zur Person: Zu Walter Gröbmayr wissen wir gesichert nur, dass er am 1. Männer-Cursillo teilgenommen hat, zwischen 1967 und bis mindestens 1970 den Cursillo in München mit am Leben erhalten hat und dass er 1970 beim 2. Männer-Cursillo als Mitarbeiter mitgemacht hat.

Hintergrundinformation: Diesen Bericht von Walter Gröbmayr hat Christa Vilsmeier in ihrem reichhaltigen Cursillo-Archiv der Diözese Regensburg gefunden. Mir waren die Ereignisse zwischen 1967 und 1970 weitgehend unbekannt und so ist der Bericht von Walter Gröbmayr sehr aufschlussreich. Er berichtet weiter unten von Cursillistas, die nach München gezogen sind und mir fallen hier aus der Oberpfalz die Namen von Bernhard Stock, Alfred Gassner, Günther Gruber, Siegfried Lindner, Walter Harbauer und Peter Hofinger ein, der kein Oberpfälzer war.

Josef Vilsmeier

Wenn man weiß, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Münchener Männer-Cursillo über drei Jahre liegen, wird man annehmen, dass das Zustandekommen dieses 2. Münchener MC mit Schwierigkeiten verbunden war. Diese Annahme ist richtig. In einer Millionenstadt wie München ist der „Menschenfang“ nicht so einfach, wie man ihn sich vielleicht vorstellt. Doch die Verwirklichung des Evangeliums ist auch in München möglich.

Die Tatsache, dass vom 1. Münchener MC nur drei Cursillistas „übrig-geblieben“ sind, die aktiv am Aufbau des Cursillo in München teilgenommen haben (alle weiteren Teilnehmer kamen aus anderen Diözesen, waren zum Teil nur Beobachter) erklärt, warum die Münchener so lange auf ihren zweiten Männer-Cursillo warten mussten. Auf die drei Verbliebenen stießen im Lauf der folgenden Monate zehn Münchener, die ihren Cursillo in benachbarten Diözesen gemacht hatten. Die Freude und Liebe zu Christus, die diese kleine Herde durch ihr Cursillo-Erlebnis geschenkt bekommen hat, ermöglichte es, dass in München die Idee des Cursillo nicht verlorengegangen ist. Die fruchtbare Arbeit von Pater Gebhard Schnetz SVD sei hier besonders erwähnt! Zweieinhalb Jahre waren ein harter Weg, doch dann kam die Wende: Wir bekamen Hilfe von außen. Innerhalb kurzer Zeit zogen sieben – teils langjährig erfahrene, teils frisch vom Cursillo kommende – überzeugte Cursillistas aus Österreich und den Diözesen Rottenburg und Regensburg nach München. Eine Vorsehung!? Einer von ihnen, Kaplan Gerhard Nemec aus Vorarlberg, schürte das Feuer. Erst jetzt waren in München genügend Cursillistas, so dass man einen Termin für den im Dezember 1969 geplanten 2. Münchener Männer-Cursillo in Freising bestellte. Dieser Cursillo musste wegen zu geringer Teilnehmer- bzw. Interessentenzahl abgesagt werden. Wenn aber die Liebe und Begeisterung für Christus nicht oberflächlich ist, lässt man sich durch solch einen Misserfolg nicht abschrecken.

Während der Vorbereitungen für den nun im nächsten Jahr für September geplanten Cursillo überraschten uns drei Landshuter Cursillistas (aus der Diözese Regensburg), indem sie zur Ultreya im Juni dieses Jahres nach München fuhren. Einer davon, Pfarrer Robert Ammer, bot uns die Hilfe des Regensburger Teams an. Dass der 2. Münchener MC trotz mancher Schwierigkeiten doch noch zustande gekommen und auch gelungen ist, verdanken die Münchener – außer dem Herrgott und dem Gebet vieler Cursillistas – diesem Team, das sich stets in nachbarlicher Sorge und Freundschaft für die Belange des Münchener Cursillo eingesetzt hat.

Mitarbeiter und Teilnehmer des 2. Münchner Männer Cursillos

DIREKTOR: Pfarrer Robert Ammer (Auloh)

REKTOR: Hans Bock (Kallmünz)

MITARBEITER: Präses Georg Witt (Regensburg), Konrad Wroblewsky, Kaplan Hans Peter Heindl (Kallmünz), Joe Ruppert (Reifenthal), Hans Fröhlich (Flossenbürg)

HELFER: Pfarrer Paul Stich (Oberschleißheim bei München), Hans Bickl, Josef Metz (Strähberg, Diözese Regensburg), Walter Gröbmayr (München-Fürstenried)

TEILNEHMER: 21. Sie kamen aus den Diözesen München u. Freising (12), Regensburg (8) und Köln (1). Ein Priester nahm teil: Kaplan Wilhelm Kopp aus München. Die Mitarbeiter waren aus der Diözese Regensburg.

Nachschub traf aus aller Welt ein. Der Adressat des vielleicht schönsten Nachschubs – der uns leider erst nach dem Cursillo erreichte, doch schon während des Cursillos wirkte – war Bischof Georg Gottau aus Argentinien. Welch ein Zeugnis für Christus, welch ein Zeichen der Einheit und Brüderlichkeit in der ganzen Welt. Dem Bischof und seinen Cursillistas sei hier noch einmal sehr herzlich gedankt. Aber nicht nur den Argentiniern sind wir zum Dank verpflichtet, sondern auch den vielen anderen, die Nachschub geleistet haben, ganz gleich auf welche Weise. Auch, ja ganz besonders, gilt unser Dank den vierunddreißig Altcursillistas und Gästen, die meist von weither angereist, an der Abschlußfeier teilgenommen haben. Die große Zahl des Nachschubs und dieser Besucher gibt Aufschluss über die starke Anteilnahme in Nah und Fern an der Entwicklung des Münchener Cursillo. Ja, dieser 2. Münchener Männer-Cursillo hat uns Auftrieb gegeben, Mut zum Weitermachen. Von dieser Sicht her hat er größte Bedeutung. Für die Cursillistas der Erzdiözese München Und Freising ist er gewissermaßen das Sprungbrett für die kommende Zeit! Diese beginnen wir mit unserem 3. Männer-Cursillo im Januar und dem 1. Frauen-Cursillo im Februar nächsten Jahres. Um Nachschub bitten wir Euch auch diesmal!

Speziell Euch (Regensburgern) danken die Münchener für Eure Starthilfe (2. Mü. MC) und für den überreichen Nachschub im September dieses Jahres. Wir werden versuchen, uns zu revanchieren, wenngleich wir dies im selben Maß nicht vermögen.

München, im Oktober 1970

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