„Der Geist des Herrn ruht auf mir“

Überreichter Dank

Eindrücke vom Cursillo in Harpfetsham, 29. 7. bis 1. 8. 2021.

Wir hatten uns schon seit Langem auf den Kurs und die Impulse, die wir zu geben hatten, vorbereitet und neun Tage davor die Novene gebetet. Es ist manchmal eine Zitterpartie, weil man ja die Teilnehmenden noch nicht kennt und weil die Großwetterlage in Kirche und Welt gerade sehr herausfordernd ist. Und nun war es so weit. Langsam trudelten sie im Klostergut Harpfetsham ein, zuerst die Mitarbeiter*innen und bald auch die Teilnehmer*innen. Es war ein fröhliches Wiedersehen und mit Manchen ein Neu-Begegnen.

Zum Abendessen, das die Schwestern mit Liebe hergerichtet hatten, waren bis auf eine alle da. Erwähnen möchte ich die dekorative Blume, die auf keinem der bunten Salatteller am Platz fehlen durfte. Die noch fehlende Teilnehmerin kam von Würzburg und wurde vom Stau aufgehalten. Wir erwarteten sie im Spalier, bis sie eine Stunde später endlich ihr Ziel erreichte.

Und dann ging es los. Jede/r, die am Cursillo teilgenommen hat, weiß, dass es mit dem Barmherzigen Vater beginnt. Diesmal war es die Barmherzige Mutter in Gestalt einer biblischen Figur. Und die Gruppe gab ihr den Namen Aloisia, während der Sohn Benjamin heißen sollte.

Im Mitarbeiter*innen-Team feiern wir am ersten Abend immer unter uns die Messe. Und das empfinde ich als einen bewegenden und innigen Moment, da wir uns ganz bewusst versammeln um unsere gemeinsame Mitte und uns von ihm in Dienst nehmen lassen. Da haben sich die Teilnehmenden schon zur Ruhe begeben und lassen die Ahnung der großen Barmherzigkeit für ihr Leben in sich nachwirken.

Ein Cursillo ist immer ein Festival des Heiligen Geistes. Wir Mitarbeitenden geben uns mit Herzblut hinein, gestalten unsere Impulse, so gut wir können, sind achtsam für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer. Wir spüren hin, was die Einzelnen gerade brauchen und lassen uns lenken vom Geist, der das Größere sieht. Die Gespräche dazwischen, das fröhliche Singen, immer wieder Gelegenheiten zum Lachen, die Ernsthaftigkeit und manchmal auch Tränen, ein Gespräch mit dem Priester, die Einladung, sein Leben mit Glück und Leid auszusprechen und von anderen zu hören, die gute Versorgung durch die Küche, die Gottesdienste und Sakramente, all das macht einen Cursillo aus. Aber das Wesentliche ist das, was Gott durch uns wirkt.

Foto der Gruppe
Foto: Eva E. - Die Gruppe beim Ritus der Übergabe der geschriebenen Briefe an Gott.

Das machen wir uns in den Gebeten des Mitarbeiter*innen-Teams immer wieder bewusst: vor jedem Gespräch bitten wir um seine Hilfe; danach danken wir dafür und legen alles in seine Hände. Damit das Wochenende aber auch wirklich seine verwandelnde Kraft entfalten kann, braucht es das Gebet der ganzen Cursillo-Gemeinde. Viele denken in ihren Gebeten an uns oder schicken uns auch ihre Grüße und Wünsche, die wir verlesen. Einige gehen sogar in der Nacht auf die Knie, um Gottes besondere Gnaden für uns zu erbitten. Und dass sich dadurch ein ganzes großes Segensfeld entfaltet, in dem Verwandlung möglich wird, das erleben wir mit jeder Stunde mehr in diesen drei Tagen.

Eine Teilnehmerin, die sich in Gruppen generell schwertut, sagte: „Ich fühle mich endlich gesehen und angenommen. Es gibt niemand in der Gruppe, mit dem ich nicht in Kontakt kommen wollte. Das ist toll!“ Eine andere Teilnehmerin sagte nach der Krankensalbung, die immer im Abschlussgottesdienst am Sonntag angeboten wird: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das kann ich gar nicht beschreiben.“ Die Teilnehmenden machten deutlich, wie unendlich gut ihnen die Gemeinschaft getan hat, der Austausch über die bohrenden Fragen, die ihnen das Leben stellt, die Gespräche mit den Mitarbeiter*innen. Und auf einmal hatten wir zwei Pärchen im Kreis, die zum Lied „Lobe den Herrn meine Seele“ einen Walzer tanzten.

Leider konnte wegen der Hygienemaßnahmen keine gemeinsame Feier mit den erfahrenen Cursillistas stattfinden, die sonst zum Abschluss dazukommen. Das ist immer eine wunderbare Begegnung und eine große Freude in Dankbarkeit vor Gott und seinem Wirken. Einige aber hatten uns Nachrichten aufs Handy geschickt zum Anhören und Anschauen. So konnten wir doch etwas von der Verbundenheit spüren. Die tragende Atmosphäre des Gebetes für den Kurs, die konnten wir aber auch schon die ganze Zeit über wahrnehmen und uns davon halten lassen.

Ja, es war wieder ein wunderbares Wochenende, an dem Gott ganz viel gewirkt hat. Am Ende stehen da acht Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer mit offenen Gesichtern, erfüllten Herzen, berührten Seelen und erleichterten Schultern im Kreis und können mit dem Schatz dieser Erfahrungen neu ins Leben gehen.

In der Tischgruppe, in der ich beim Bibelgespräch dabei war, haben wir uns das Motto ausgesucht: „Der Geist des Herrn ruht auf mir.“ Vielleicht können wir das über den ganzen Cursillo schreiben. Und Cursillistas wissen, dass das nicht bloß ein frommer Wunsch oder gar eine Anmaßung ist, sondern eine Erfahrung, die immer wieder zu machen ist, wenn wir zusammenkommen und Jesus mitten unter uns weilt und seinen Geist mit uns teilt.

P. Thomas

Ein Gedanke zu „„Der Geist des Herrn ruht auf mir““

  1. Ich bin unendlich dankbar für die Tage im Klostergut Hapfertsham! Für meinen Teil kann ich gar nicht glauben, was ich dort zum allerersten mal als Mitarbeiterin erleben durfte.
    Ich wusste gar nicht mehr, bin ich Mitarbeiterin oder Empfängern, Teilnehmerin, oder wie oder was geschieht gerade hier…? Es ist einfach nicht zu beschreiben, was ich erlebt habe. Das kann man nur bei einem Cursillo selbst erfahren!
    Herzlichst Eure Michaela ♡

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.